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Welttag des Theaters für Kinder und Jugendliche

Am 20. März ist der Welttag des Theaters für Kinder und Jugendliche. Zu diesem Anlass hat ASSITEJ - die Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche - ein Manifest entwickelt, das Entscheidungsträger:innen und Einrichtungen dazu aufruft, noch stärker die Rechte von Kindern in den Blick zu nehmen - auch und besonders im Zuge der Pandemie (siehe Artikel 13 und 31 der UN-Konvention). Das Manifest können Sie hier herunterladen.
Ziel ist es, für jedes Kind die gleichen Chancen und Teilhabemöglichkeiten zu schaffen und die Welt für alle Kinder gesund und nachhaltig zu gestalten. Kunst und Kultur spielen für unser Zusammenleben eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen es uns, unsere Phantasie zu nutzen, um eine Welt zu schaffen, in der wir gemeinsam besser leben. Die Künste sind nicht nur zentrale Ausdrucksform des menschlichen Seins, sondern auch Ort der kritischen Reflexion und Grundlage für ein gesundes soziales Miteinander. Kinder und Jugendliche haben das Recht, auch und gerade in Krisenzeiten, Zugang zu Kunst und Kultur zu erhalten, daran teilzuhaben und daran zu wachsen.

Zum Welttag des Theaters für Kinder und Jugendliche ruft ASSITEJ gezielt dazu auf, Punkte aus dem Manifest umzusetzen. Als Theater mit Fokus auf Stücke für Kinder und Jugendliche schließen wir uns dem Aufruf selbstverständlich an. Folgende Forderungen haben wir bereits umgesetzt bzw. sind jederzeit Grundlage unserer Arbeit.

Alle Bürger:innen werden aufgefordert

  • für das Recht aller Kinder und Jugendlichen auf gleichberechtigte Teilhabe an Kunst und Kultur einzutreten und sich als Lobbyist:innen für diese Rechte weltweit zu vernetzen
    --> Das KKT steht eng in Kontakt zu Bildungseinrichtungen und machte besonders 2020 während der Pandemie auf das Recht von Kindern an kultureller Teilhabe aufmerksam

  • Partnerschaften zu stiften zwischen Künstler:innen und den Organisationen oder Institutionen, die Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder aus Risikolagen betreuen, um den Zugang zu den Künsten in allen Kontexten zu gewährleisten, z. B. für Geflüchtete, Kinder in Krankenhäusern, Waisenhäusern und Pflegeheimen, junge Straftäter:innen
    --> Seit der Gründung des KKT im Jahr 1995 verstehen wir uns als Theater der Vielfalt und möchten alle Menschen in ihrer Vielfältigkeit willkommen heißen. Die Offenheit und Wertschätzung für Andere(s) und Besonderes war von Beginn an gelebte Praxis und verwirklicht sich auf unterschiedliche Weise in allen Bereichen. Die Webseite des KKT enthält viele Informationen zur Barrierefreiheit des Theaters und der Stücke, auch in leichter Sprache. Wir beschäftigen Mitarbeiter:innen mit Behinderung und sind mit verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Kontakt, mit denen wir schon viele Projekte für und mit Menschen mit Behinderung umgesetzt haben (u.a. mit Deaf 5, Deutsches Gehörlosentheater, Michael Moritz, Schelhas Cooperation, Bretter und Licht, Bühne der Kulturen). Weiterhin bieten wir Geflüchteten freien Eintritt zu unseren Theaterstücken.

  • dieses Manifest in möglichst vielen Zusammenhängen weiterzugeben und es in unterschiedlichen Zusammenhängen nutzbar zu machen oder entsprechend anzupassen
    --> Wir stellen das Manifest hier auf unserer Webseite dar, versenden dazu Newsletter an alle unsere Verteiler, posten Beiträge auf unseren Social Media-Kanälen und planen auch eigene Aktionen für den Tag.

Die Kulturinstitutionen werden aufgefordert

  • in ihrer Arbeit für Kinder und Jugendliche die höchstmögliche Qualität anzustreben
    --> Wir arbeiten seit jeher spartenübergreifend in den Bereichen Schauspiel- und Figurentheater mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater. Für uns steckt die Kraft von Theater im echten Spiel. Wir bringen Themen und Geschichten so auf die Bühne, dass sie erlebbar sind. Unsere Ideen und Konzepte setzen wir sinnlich-ästhetisch um: Mittendrin sein anstatt darüber sprechen, erleben anstatt berichtet bekommen, in neue Welten eintauchen. Wir möchten unser Publikum nicht nur erreichen, sondern auch bewegen. Nur wenn Theater packt, berührt und eine direkte Beziehung zwischen Darsteller:innen und Publikum aufgebaut wird, ist es nachhaltig in seiner Wirkung – und nur dann macht Theater für uns Sinn. Verschiedene Förderungen ermöglichen uns ein künstlerisches und vermittelndes, professionelles Arbeiten. Dafür sind wir sehr dankbar!

  • die künstlerische Arbeit für Kinder, Jugendliche und Familien zu einer zentralen Säule ihrer Programmplanung zu machen
    --> Unsere Stücke sind seit jeher ästhetisch und sinnlich erlebbar. Für KiTas und Schulen bieten wir Vor- und Nachbereitungen an. Zudem machen wir selbst Bildungsarbeit an Schulen, wo wir Jugendliche dabei unterstützen, ihre Potenziale zu entfalten und kreative Wir-Prozesse kennenzulernen. Hier arbeiten wir mit Theater, Tanz und Musik sowie mit zahlreichen Spielen und Übungen aus verschiedenen Bereichen zu Themen wie Respekt, Miteineinder, Verantwortung, innere Haltung und äußere Wirkung, Selbstwert, Selbststeuerung und -organisation. Hierbei ist es unser Ansatz zu sagen, wofür wir arbeiten und nicht wogegen.

  • sicherzustellen, dass sowohl die Bildungsbehörden als auch die Bildungsinstitutionen als Partner:innen und Adressat:innen ihrer Arbeit angesehen werden
    --> Wir sprechen regelmäßig aktiv Behörden und Institutionen für Kooperationen an. In der Vergangenheit haben wir so schon viele tolle Projekte umgesetzt.

  • sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche auf allen Ebenen an Entscheidungen beteiligt werden
    --> In unseren Workshops können die Jugendlichen jederzeit selbst entscheiden, inwieweit sie mitmachen möchten und viele unserer Theaterstücke sind so konzipiert, dass die Kinder aktiv an der Geschichte beteiligt werden. Aktuell arbeiten wir an einem Stück, bei dem der Verlauf der Geschichte von der Beteiligung der Zuschauenden abhängt.

  • Zugangsbarrieren für ihre Angebote sowie ihre Institutionen und Gebäude abzubauen
    --> Zugangsbarrieren für unsere Angebote sind kaum noch vorhanden. Unsere Räume inkl. WC und Parkplatz sind stufenlos zugänglich, wir haben ein rollstuhlgerechtes WC inkl. Liege, eine Induktionsschleife und tragbare Audioguides. Unsere Webseite ist für Sprachausgabe-Geräte nutzbar, wir stellen Informationen in Leichter Sprache zur Verfügung und nutzen für jedes Stück Icons, die anzeigen, welche Stücke für Menschen mit bestimmten Einschränkung geeignet/zugänglich sind (Sehbehinderung, Gehörbehinderung, Lernbehinderung, Audio-Guide, Untertitel, Gebärdensprache, etc.). 2013 wurden wir mit dem Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik (KIB) ausgezeichnet (3. Platz). Das KKT ist auch Teil der Initiative Inklusion in Ehrenfeld.